Sind Trainings wirtschaftlich messbar?
Unternehmen investieren viel in Trainings – entscheidend ist, ob sich diese Investition wirklich auszahlt (Return on Investment / Training ROI).
Meine Antwort: Ja, Trainings können wirtschaftlich messbar sein – vor allem dann, wenn sie über reine Wissensvermittlung hinausgehen und den Praxisalltag der Führungskräfte konsequent einbeziehen.
Ein besonders wirksames Format in der Führungskräfteentwicklung ist die Kollegiale Beratung unter Supervision.
Dabei bearbeiten Führungskräfte reale Fälle aus ihrem Arbeitsalltag in einem klar strukturierten Prozess, beraten sich gegenseitig und entwickeln konkrete, umsetzbare Lösungen.
Kollegiale Beratung folgt einem festen Ablauf:
Eine Führungskraft bringt ein aktuelles Anliegen ein.
Die Gruppe stellt klärende Fragen, spiegelt Wahrnehmungen und entwickelt gemeinsam Handlungsoptionen.
Die Trainerin bzw. der Trainer begleitet als Supervisor, achtet auf die Struktur, gibt Impulse, sichert die Tiefe der Reflexion und greift ein, wenn die Schritte verschwimmen.
In einem Change-Management-Training mit mehreren Führungskräften berichtete ein Teilnehmer von einem Mitarbeiter, der sich neuen Aufgaben verweigerte und seit über einem halben Jahr nur noch Dienst nach Vorschrift leistete – inklusive täglicher privater Handy-Nutzung während der Arbeitszeit.
Rechnen wir kurz:
Monatliches Nettogehalt: ca. 3.000 € für 100% Aufgabenerfüllung
Tatsächliche Leistung: nur rund 80%
„Zuviel gezahlter“ Lohn: ca. 600 € pro Monat
Über ein halbes Jahr: etwa 3.600 € direkte Kosten für nicht erbrachte Leistung
In der Kollegialen Beratung erarbeitete die Gruppe folgenden Handlungsplan:
1. Klare Rückmeldung zum Fehlverhalten auf Basis der Stellenbeschreibung und der tatsächlich gezeigten Ergebnisse.
2. Vereinbarung einer verbindlichen Probephase, in der der Mitarbeiter zeigen kann, dass er wieder Verantwortung übernimmt.
3. Bei ausbleibender Veränderung: erneutes Gespräch zu dritt (Führungskraft, HR, ggf. Betriebsrat).
4. Bei wiederholtem Fehlverhalten: Ankündigung weiterer arbeitsrechtlicher Schritte, zum Beispiel einer Abmahnung.
Schon die konsequente Umsetzung dieses einen Falles kann mehrere tausend Euro Kosten pro Jahr einsparen – ganz abgesehen von der Signalwirkung im Team.
Ein professioneller Trainingstag mit Kollegialer Beratung unter Supervision kostet im Schnitt rund 2.000 € Honorar, hinzu kommen die Gehaltskosten der teilnehmenden Führungskräfte.
Werden an einem Tag mehrere vergleichbare Fälle bearbeitet, lassen sich schnell Einsparungen oder Leistungssteigerungen erzielen, die die Trainingskosten übersteigen – ein klarer positiver Training ROI.
Zusätzliche Effekte:
Höhere Entscheidungssicherheit in schwierigen Führungs- und Change-Situationen.
Bessere Führungskultur durch offenen, lösungsorientierten Austausch auf Augenhöhe.
Nachhaltiger Praxistransfer, weil an echten Fällen gearbeitet wird und nicht an theoretischen Beispielen.
Regelmäßige Kollegiale Beratung unter Supervision ist damit mehr als ein Lernformat – sie ist ein messbarer Beitrag zu Effizienz, Führungskultur und erfolgreichem Change Management in Ihrem Unternehmen.
Gerne entwickle ich mit Ihnen ein passgenaues Konzept, wie Sie Kollegiale Beratung in Ihre Führungskräfteentwicklung integrieren und den wirtschaftlichen Nutzen Ihrer Trainings sichtbar machen.